Aus menschlicher Asche werden Diamanten: Diamantbestattung in der Schweiz

Was sich nach Science-Fiction anhört, ist längst keine mehr: Seit geraumer Zeit werden aus menschlicher Asche Diamanten erstellt. Und die Nachfrage nach diesem Service – Diamantbestattung oder Kristallbestattung – steigt.

Doch warum entscheiden sich Angehörige eines/einer Verstorbenen/r für eine Diamantbestattung in der Schweiz?

Die Gründe sind unterschiedlich. In erster Linie ist es der Wunsch, die oder den Verstorbene(n) stets bei sich zu haben – nicht nur in Gedanken, sondern physisch, zum Beispiel an einem Ring oder einer Kette. Schließlich sind Diamanten bekanntermaßen für immer, also unvergänglich.

Wenn man jemand beerdigt, hat man oft ein schlechtes Gewissen. Man muss ihn oder sie am Friedhof besuchen und niemand mag es, zum Friedhof zu gehen, denn dieser wird stets mit negativen Emotionen assoziiert. Nicht wenige stellen sich den oder die Verstorbene(n) unter der Erde vor – wie der Körper von Würmern zerfressen wird.

Die Assoziation nicht nichts wesentlich besser wenn jemand eingeäschert wird – schwarz und Schmutz trüben das Bild. Anders ist es bei Diamanten – diese haben immer eine positive Assoziation. Aus Asche werden echte Diamanten – auch wenn es keine natürlichen Diamanten sind, sondern solche, die im Labor entstanden sind, können diese nicht einmal unterm Mikroskop von ersteren unterschieden werden. Dazu ist nur ein gemmologisches Institut in der Lage.

Und so werden Diamanten aus menschlicher Asche hergestellt

Ein Diamant besteht aus unter Druck stehenden Kohlenstoffatomen. Doch auch der menschliche Körper besteht zu etwa 18 Prozent aus Kohlenstoff. Mit etwa 450 Gramm Asche kann aus dieser Kohlenstoff extrahiert werden und ein künstlicher Diamant hergestellt werden. Da der menschliche Körper zu etwa 3 Prozent aus Stickstoff besteht, sind viele aus diese Weise hergestellte Erinnerungsdiamanten bernsteinfarbig.

Doch auch rein farblose Diamanten sind möglich – bei diesen wird der Stickstoff aus dem Kohlenstoff entfernt. Diese Reinigung ist sehr aufwendig, daher sind rein farblosen Diamanten die teuersten Diamanten. Beliebt sind auch blaue Diamanten, weil diese in der Natur äußerst selten sind.

Diamantbestattung Preise

Die Preisskala bei Lonité, einem der ältesten Anbieter von Diamantbestattungen in der Schweiz und weltweit, reicht von 2,400 bis etwa 20,000 Euro – je nach Größe, Schnitt und Farbe. Wer denkt, dass das teuer ist, sollte nüchtern die Kosten einer Diamantbestattung (ab 2,400 Euro sofern die Asche vorliegt; die Einäscherung ist in Zürich übrigens kostenlos) mit denen einer herkömmlichen Beerdigung vergleichen, die nur selten unter 3500 Franken kostet (ohne Essen für Angehörige oder/und Abschiedsfeier). Hinzu kommen laufende Kosten: So werden für die Grabpflege und -bepflanzung auf einem städtischen Friedhof in der Regel selten weniger als 250 Franken pro Jahr fällig – all das entfällt bei einer Diamantbestattung.

Allerdings müssen Interessenten bei letzterer Geduld mitbringen: Die Herstellung von Diamanten dieser Art dauert mindestens drei, höchstens neun Monate (im Durchschnitt etwa sechs Monate).

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